Slogan stark, Asphalt schwach: Landesregierung lässt marode Landesstraßen in Nordhessen liegen
Bild privat: Wiebke Knell informiert sich bei einem Ortstermin über den Zustand der L 3425 zusammen mit Günter Gumbel (FDP Gilserberg)
Die Landesregierung wirbt bis heute gern mit dem Satz „An Hessen führt kein Weg vorbei“. Doch wer auf Hessens Landesstraßen unterwegs ist – besonders in Nordhessen – merkt schnell: Der Weg führt über Schlaglöcher, Risse und immer neue Vertröstungen.
Sanierungen werden angekündigt, verschoben und erneut angekündigt. Wie konkret das aussieht, zeigen zwei Beispiele aus Nordhessen, zu denen Wiebke Knell, Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, den Verkehrsminister mit Kleinen Anfragen konfrontiert hat.
Knell erklärt: „Der Zustand von Landesstraßen, gerade im ländlichen Raum, sagt viel über die Prioritäten einer Landesregierung aus. Wer „Erhalt vor Neubau“ verspricht, muss Sanierungen auch sichtbar auf die Straße bringen. Nicht irgendwann, sondern jetzt!“
Im Fall der L 3083 in Korbach räumt das Ministerium selbst „Substanzschäden an der Fahrbahnoberfläche“ ein. Einen verbindlichen Starttermin für die Sanierung nennt es jedoch nicht. Stattdessen soll die Sanierung der Strother Straße erst „voraussichtlich ab 2027“ beginnen. Für die Menschen vor Ort heißt das: weitere Jahre auf einer Landesstraße, deren bauliche Mängel seit langem bekannt sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der L 3425 zwischen Schönau und der B 3 bei Sebbeterode. Auch hier spricht das Ministerium offen von einem „schlechten baulichen Zustand“ – gewarnt wird mit den Verkehrszeichen „Gefahrstelle“ und „Straßenschäden“. Zwar ist die bauliche Umsetzung nun für 2026 vorgesehen, doch auch hier wurde die Maßnahme über Jahre hinweg nicht realisiert.
Knell fordert das Ministerium von SPD-Minister Mansoori auf, für Landesstraßen im ländlichen Raum einen verbindlichen, transparenten Zeitplan vorzulegen und die Priorisierung so auszustatten, dass angekündigter Erhalt nicht an Planungsschleifen und jährlichen Verschiebungen scheitert.
Knell resümiert: „Bei der Frage nach der Qualität unserer Landstraßen geht es nicht nur um bautechnische Details, sondern um die Lebensqualität von Millionen Hessinnen und Hessen. Lebensqualität heißt auch: schnell und zuverlässig von A nach B zu kommen – ohne Umwege, ohne Angst vor Schäden am Auto und ohne das Gefühl, dass der ländliche Raum und die eigene Heimat immer weiter vernachlässigt werden. Die Landesregierung muss hier endlich liefern und muss die unter schwarz-grün versprochene Sanierungsoffensive nun endlich angehen.“

